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Fallbeispiele und Detektivgeschichten

Sie finden in dieser Kategorie einige beispielhafte Fälle von Ermittungen und Observationen unserer Detektive.

Die Fallbeispiele sind stark verändert und in Form von Detektivgeschichten erzählt.

Die Geschichten lassen keinerlei Rückschluss auf tatsächliche Personen zu. Alle Detektivgeschichten wurden durch die jeweiligen Auftraggeber zur Veröffentlichung freigegeben.

Keine Routine
Und nochmal von vorne.

Was wusste er?

Die Firmeninhaber hatten bereits einige Informationen über Abläufe in der Firma, Wareneingänge und Mitarbeiter geliefert. Damit ließ sich einiges anfangen.

Die Diebe gingen offensichtlich routiniert vor. Sie kannten Zu- und Abgangsmöglichkeiten aus der Firma. Sie wussten, wann die Firma unbeobachtet und leer war… und sie wussten wann sich wertvolle Ware in der Firma befand.

Profis. Die machen das regelmäßig und nicht nur in dieser Firma. Er rechnete zusammen was die Diebe an einem erfolgreichen Abend so zusammenklauten. Das wäre ein ordentliches Sümmchen.

Gut. Nachdenken.

„So, hör zu … die arbeiten mindestens zu zweit. Wir haben derzeit aber nur einen der es sein könnte. Wir müssen uns erstmal auf den konzentrieren, das wird sonst uferlos….“.

Einsatzfahrzeug packen. Starten. Position beziehen. Warten.

„Da ist er. Lass ihm etwas Platz. Die observieren sicher auch gegen. Wir brauchen kein Risiko eingehen. Der Köder ist ausgelegt, wenn er dazugehört, dann klauen die heute oder morgen. Jetzt bitte Funkstille. Ich stehe genau neben ihm.“

Es vergingen Stunden. Der vermeintliche Dieb fuhr auch los, quer durch die Stadt, aber nicht zur Firma. Er traf sich nur mit einem Freund, so schien es zu diesem Zeitpunkt. Nur ein Treffen. Nur Quatschen mit einem Freund?!

„Wir brechen den Einsatz ab, heute passiert nichts mehr. Fahr nach Hause, wir telefonieren morgen früh. Danke dir.“ Der vermeintliche Dieb hatte die Firma an diesem Tag nicht aufgesucht. Vielleicht gehörte er doch nicht zu den Tätern?

„… mich haben gerade die Firmeninhaber angerufen. Wir müssen los. Geht das bei dir? In einer Stunde treffen wir uns. Die Position schick ich dir per Whatsapp…. bis gleich“.

Da war er wieder. Wieder bei dem Freund. Aber während seiner Arbeitszeit. Ungewöhnlich.

Bis zum Abend passierte trotzdem nichts. Der vermeintliche Dieb fuhr wieder auf seine Baustelle… und arbeitete, sogar noch länger als er hätte arbeiten müssen.

Dann ging es schnell. „… der fährt wie ein Henker. So ist er gestern nicht durch die Stadt geprügelt….“. Beide Ermittler hatten große Mühe ihn in der Stadt zu halten. Die Verfolgung mit zwei Einsatzfahrzeugen war zu auffällig.

„Abbruch. Wir fahren zu Firma. Wenn er dazugehört, dann kommen sie heute eh….“.

Es verging eine Stunde. Plötzlich schoss der Puls nach oben.

„Das gibt es doch nicht. Hast du das gesehen? Das Auto des Freundes von gestern. Ich werd verrückt. Heute passiert es. Er ist gerade mit seinem Freund sehr langsam an der Firma vorbeigefahren.“

„… wir müssen näher zusammenstehen. Wenn die tatsächlich in die Firma fahren, gehen die uns durch die Lappen. Pass auf, nicht das die uns noch sehen und stiften gehen…“

Die Ermittler zogen ihre Positionen näher zusammen.

„Da ist er wieder, wo fährt der hin? Da ist nichts…“

Die Halsschlagader pulsierte. Es konnte jeden Augenblick losgehen. Nur wieso ist er auf dieses Gelände gefahren. Da ist doch nichts.

„… da kommt er, siehst du ihn? Perfekt. Er fährt in die Firma. Lass ihm Zeit…“

Die 3 Minuten wirkten wie Stunden.

„… lass uns rein. Jetzt. Los. Los los los….“.

Der Dieb stand im Materiallager. Sein Blick war starr und fassungslos.

Der Firmeninhaber war nun auch vor Ort. Der Dieb… der Mitarbeiter… versuchte alles zu bestreiten. Doch seine Lage war ausweglos. Die Beweise lagen auf der Hand.

„… ja, bitte kommen sie zu folgender Anschrift. Ja, wir sind Privatermittler und haben gerade Täter auf frischer Tat gestellt. Meine Nummer sehen sie ja. Wir machen uns bemerkbar, wenn wir den Streifenwagen sehen. Danke.“

„… wir müssen warten, die Polizei kommt gleich…“.

Die Firmeninhaber waren dankbar für die Aufklärung, obwohl sie einen bis dato guten Mitarbeiter verloren. Ein guter Mitarbeiter und trotzdem ein Dieb… das Vertrauensverhältnis war gebrochen….

Jäger und Gejagte
Es war noch am Abend, als er zu Fuß aufbrach, sich von seinem Fahrzeug verabschiedete. Mit samt seiner Ausrüstung stampfte er lustlos durch den dunklen Wald.

Licht? Nein. Zu auffällig.

Bereits Wochen vorher hatte er im Wald einen Jägerstand gefunden, der ihm als geeigneter Beobachtungspunkt erschien.

Als Jäger verkleidet auf dem Jägerstand. Eine gute Variante.

Kurz nach Mitternacht hatte er seine Position im Jägerstand gefunden. Entspannung durchfuhr seinen Körper. Dabei dachte er… jetzt nur nicht die Spannung verlieren. Wach bleiben.

Kurz nach 1 Uhr morgens knackt es hinter ihm. Er wachte auf und zuckte zusammen. Doch eingeschlafen. Mist. Hoffentlich waren die Typen nicht schon da. Das Wild rannte am Jägerstand vorbei, ohne ihn zu bemerken. Die Tarnung stimmte also noch. Geschnarcht hatte er also auch nicht. Wild wäre ihm sonst aus dem Weg gegangen.

Nach 2. Müdigkeit. Kälte. Die Beobachtung ging in die zähe Phase über.

Seine Ermittlungen im Vorfeld zeigten, dass sie immer zwischen 2 und 4 kamen.

Zwei Scheinwerfer am anderen Ende des Feldes. Durch die Linse konnte er ihr Fahrzeug deutlich sehen. Es waren Vier. Er war allein.

Die Vier gingen koordiniert vor. Profis.

Sie liefen langsam und geräuschlos am Waldrand. Einer von ihnen hatte das passende Werkzeug dabei. Er zerschnitt auch den Zaun. Sie waren drin.

Der Puls schlug ihm bis zum Hals. Jetzt nichts überstürzen. Ihm ging die ganze Zeit durch den Kopf… lass sie, bleib ruhig… die kommen wieder raus.

Er filmte sie beim Hineingehen und verharrte bewegungslos auf dem Jägerstand. Keine Kälte mehr. Schweiß.

Die Vier kamen nach 41 Minuten zurück. Die Rucksäcke waren gefüllt. Sie schlossen das Drahtgeflecht des Zaunes. Bei flüchtigem Hinschauen sah man das Loch im Zaun nicht.

Er war jetzt in Hochspannung. Es war wie ein Film. Surreal. Es gab nur ihn und die Vier. Die Welt um ihn herum verschwand. Fokus.

Sie waren an ihrem Fahrzeug zogen ihre Kleidung aus, wechselten die Schuhe. Jetzt waren sie fertig.

Jetzt packte auch er seine Ausrüstung zusammen, Kamera weg. Runter vom Jägerstand. Schnell und leise zum Auto.

Im Auto rief er an: „Ich bin dran. Sie kommen jetzt.“

Als die Vier auf die Hauptstraße fuhren gab er ihre Fahrtrichtung an den zweiten Ermittler durch.

An der nächsten Kreuzung übernahm er. Die Vier fuhren zur Stadt.

Jetzt konnten beide Ermittler folgen. Genug Fahrzeuge auf der Straße. Die Ermittler blieben im Verborgenen.

„Guten Morgen. Wir sind gerade an einer Diebesbande dran. Ich schlage vor, dass sie jetzt übernehmen.“

Fünf Minuten später fuhren die Vier in eine Polizeikontrolle….

Doppelleben
Es ist 07:30 Uhr. Er verlässt das Haus. Wie jeden Arbeitstag trägt er die gleiche Ledertasche mit der rechten Hand, die er in unregelmäßigen Abständen und beinah unmotiviert kontrolliert.

Manchmal ist er recht zeitig zurück von der Arbeit, sein Anzug ist dann immer voller Kreide und er riecht nach Kaffee, stinkt nach Rauch.

Er spricht nie darüber, weder seine Arbeit, die Schule, nicht über die Kinder, auch nicht über seine Kollegen.

Er erledigt seine Hausarbeit gewissenhaft und gründlich. Die Wohnung gleicht einem Krankenhaus, klinisch rein. Das Bügeln geht er leidenschaftlich an, bislang der einzig erkennbare Höhepunkt im so langweilig erscheinenden Tagesablauf dieses Mannes.

Schon über Jahre verhält er sich so.

Seine Frau fährt in ihren Ausführungen fort.

Als sie ihn eines Tages auf Arbeit besuchte, ging sie so schnell wie sie kam, aber irritiert. Er war nicht auf Arbeit.

Als er an diesem einen Tag nach Hause kommt… keine Veränderung. Er verhält sich wie immer, stellt seine Ledertasche auf die Flurgarderobe, zieht seine Jacke aus und geht dann in das Wohnzimmer.
Als er sich auf die Couch setzt, wartet sie, darauf, dass er etwas sagt, auf irgendeine Reaktion.

Nichts.

Sie spricht ihn nicht darauf an. In der Vergangenheit hat er sich immer weiter zurückgezogen, immer wenn sie in fragte, wie es auf Arbeit war oder was seine Kollegen so taten.

Immer mehr durchzog sie dieses ungute Gefühl. Ungewissheit. Was war mit ihm los? Hatte er vielleicht Probleme? Kreide? Kinder? Sie hatte Angst.

Der Druck war zu groß für sie, sie brauchte die Hilfe. Sie brauchte die Gewissheit, auch wenn die Möglichkeit bestand, dass sie Dinge erfuhr, die ihren Mann in ein anderes Licht setzen würden.

….

Ihr Telefon klingelt.

„… ihr Mann ist wie immer 07:30 Uhr aus dem Haus. Eigentlich ist alles wie sie es uns beschrieben haben. Aber wir haben etwas gefunden. Das würden wir lieber persönlich mit ihnen besprechen. Wann passt es ihnen? Es drängt.“

Sie zitterte als der Detektiv anfing zu erzählen was er an diesem Tag beobachtet hatte.

„… sie brauchen keine Angst mehr haben. Es ist leider doch anders als sie oder wir uns das im Vorfeld gedacht hatten…“

An diesem Tag kam er nach Hause, zur gleichen Zeit wie immer. Er hatte Kreide an seinem Anzug und roch nach Zigarettenrauch. Sein Atem roch nach Kaffee. Er stellte seine Ledertasche auf die Flurgarderobe, zog seine Jacke aus und ging ins Wohnzimmer. Dann setze er sich auf die Couch.
Seine Frau wartete bereits auf ihn.

„ Ich habe deine Sachen bereits in einen Koffer und mehrere Müllsäcke gesteckt. Das Zeug steht im Keller. Wenn du gehst, leg bitte deinen Schlüssel auf den Tisch… und ich wünsche dir viel Glück mit deiner neuen Familie.“

Das Liebesnest
… über die Autobahn gen Osten… die Detektive folgen ihm… „Wollte der nicht zu einem Seminar?“

Die Detektive reden die ganze Zeit am Telefon, bis plötzlich einer der beiden sagt: „… der wird doch nicht.. die fahren doch jetzt nicht echt nach Prag?!“

„Hast du deinen Ausweis mit?“ fragt ein Detektiv den anderen. „Natürlich nicht, ich bin nur kurz ins Auto gesprungen als du mich angerufen hast.“

„Ich ruf mal die Klientin an, leg mal kurz auf.“ sagt der Einsatzleiter.

Der Einsatzleiter ruft die Ehefrau des vor ihm fahrenden Fahrers an.

Die Klientin wirkt aufgewühlt und völlig angespannt. Am Telefon sagt sie: „Fahren sie weiter. Verfolgen sie ihn. Ich will`s wissen. Der soll mich nicht weiter veralbern. Der kommt mit seinen Lügen immer davon…“

An einer Kreuzung in Dresden bleibt der Ehemann der Klientin an einer Ampel stehen. Die Geliebte legt ihren Kopf auf seine Schultern.

Die Hatz durch Dresden ist anstrengend. Rush Hour. Alles steht. Der Ehemann ist kaum zu halten. Beide Detektive bleiben an dessen Fahrzeug, mal direkt dahinter, mal mit großem Abstand. Das Glück ist heute auf der Seite der Detektive.

Plötzlich fährt er wieder aus der Stadt, wieder in Richtung Autobahn, wieder in Richtung Prag.

Der Abstand ist zu groß, er ist kaum noch zu halten. Und dann, doch… „da vorn fährt er, er fährt ab, ich habe ihn wieder…“ ruft ein Detektiv ins Telefon.

Die Klientin wird permanent informiert. Das Jonglieren mit den Anrufen gelingt. Sie sagt hart und bestimmend: „Fahren sie weiter. Folgen sie“.

Es wird langsam später, der Abend beginnt. Die Straßen werden schmaler. Die schroffen und zu dieser Tageszeit unwirklich erscheinenden Felsen des Elbsandsteingebirges nehmen die Detektive nicht wahr. Sie sind fixiert auf ihr Ziel, den Ehemann, die Geliebte.

Eine Sackgasse. Beide Ermittler müssen den Ehemann fahren lassen, um die Diskretion nicht zu gefährden, um die Klientin zu schützen.

Nach wenigen Sekunden des Wartens folgen die Detektive der Spur des Fahrzeuges, in die Sackgasse, zum Liebesnest.

Der Ehemann steht bereits mit der Geliebten vor dem Fahrzeug. Beide wirken entspannt und lachen.

Verliebt und blind für andere Dinge ziehen der Ehemann und seine Geliebte die Koffer hinter sich her, als sie in ihr Hotel gehen.

Beide Detektive sind jetzt entspannt. Erfolg. Er hat sie zum Liebesnest geführt.

Der Einsatzleiter telefoniert mit der Klientin, der betrogenen Ehefrau. „Seien sie stark…..“

Am nächsten Tag erhält der Einsatzleiter einen Anruf von der betrogenen Ehefrau….

„… ich war gerade bei ihm, habe geklopft… seine Geliebte hat das Hotelzimmer aufgemacht… ich war stark und habe ihm gesagt, er braucht nicht wieder nach Hause zu kommen…“.

Die Sachen des Ehemanns standen bereits vor dessen Auto. In Müllsäcken.

Diese Müllsäcke wirkten surreal in dieser bezaubernden Landschaft, dem Elbsandsteingebirge. Und doch verliehen sie dem Fall die nachhaltige Würze, über die man noch lange nachdenkt… als Detektiv.

Untreue
Der Privatermittler saß ihr gegenüber.

Sie erzählt ihm, dass sich ihr Mann schon seit Wochen so komisch verhält.

„ Seit diese neue Kollegin mit in seiner Abteilung arbeitet, bleibt er immer lange auf Arbeit und ist auch morgens der Erste dort….“.

Und zu Hause… da läuft seither nichts mehr. Ständig hat er sein Handy in der Hand und lächelt während er schreibt.

Mit den Gedanken ist er auch nicht mehr zu Hause. Seit zwei Wochen geht er jetzt noch ins Fitnessstudio.

Er kauft sich neue Sachen, er ist einfach nicht mehr so wie früher… und das nach 16 Jahren Ehe.

Sie liebe ihren Mann natürlich noch. Aber derzeit kennt sie ihn nicht mehr.

Sie weiß, dass da eine andere sein muss…

Die Ermittlungen in diesem Fall bestätigten die Vermutungen der Ehefrau. Ihr Ehemann lebte ein zweites Leben mit seiner Kollegin. Die Auftraggeberin hat jetzt Gewissheit und kann ein neues Leben beginnen.

Druck und Erleichterung

Tausend Dinge schießen ihm die ganze Zeit durch den Kopf. Kopfschmerzen. Die Ohren pfeifen. Das Herz rast.

>> Warum tue ich mir das an? <<

Er konnte nicht nein sagen. Zu oft hatte er allen immer nur helfen wollen, dort noch einen Gefallen, da noch eine Unterstützung. Gedankt wurde es am Ende von den wenigsten.

Und die Konkurrenz? Die rubelte ab.

Das konnte er nicht, das entsprach nicht seiner Lebensanschauung. Vielleicht hätte er doch eine Karriere bei der Heilsarmee anfangen sollen und nicht als Detektiv.

Jeden Tag wurde er mit dem Leid und den Problemen anderer konfrontiert. Sei es ein fremdgehender Partner, der diebische Angestellte oder ein Stalker, die meisten Sachen waren lösbar, nur eben das Leid des Betroffenen, das konnte er nicht lindern. Das blieb, immer auch ein kleiner Teil bei ihm.

Er schaute auf sein Telefon.  >>… schon wieder anonym…<<

Immer wieder gibt es diese Anrufe, diese anonymen, wahrscheinlich, weil viele Kunden sich scheuten ihre Identität preiszugeben, möglicherweise aus Scheu oder Scham oder vielleicht auch aufgrund schlechter Erfahrungen.

Und wieder ging er ans Telefon. >> Ja, bitte? <<

Da man nie wusste, wer am anderen Ende des Telefons war, war dies die allgemeine Begrüßung in solchen Fällen. Auch hier gab es immer wieder „merkwürdige“ Anrufer, die unter Vorwand verschiedene Äußerungen tätigten, wobei es ihm, dem Detektiv, bereits in der ersten Antwort auffiel, ob jemand wirklich wegen eines Problems anrief oder doch nur ein „Fake“ war. Die „merkwürdigen Anrufer“ waren meist andere Detektive, die prüfen wollten, welche Kosten für seine Ermittlungen entstanden oder ob er rechtswidrige Dinge tun würde, um einen Fall zu klären.

Er wartete. Der anonyme Anrufer antwortete nicht. >>… Teilnehmer? << Nach 30 sekündigem Warten legte er auf.

Merkwürdig.

Sicher, in 2 von 10 Fällen eines anonymen Anrufes gab es nun mal keine Antwort.

Er schaute auf seinen Schreibtisch. Voll. Berichte, Rechnungen, Briefe. Alles. Das musste warten.

5 Minuten später saß er im Auto, auf dem Weg zu einem Kunden, wieder wegen einer Kindschaftssache. Die Kopfschmerzen ließen nach, die IBO 600 wirkten.

Das Treffen fand wie immer an einem diskreten Ort statt, irgendwo im nirgendwo.

Er bestellte sich einen Kaffee, während des Wartens beantwortete er noch schnell einige Mails am Laptop.

Eine halbe Stunde später betrat die Frau das Cafè.

>> … ich höre ihnen zu… >> sagt er, nachdem sie sich begrüßt hatten.

>> Ich weiß nicht wie ich anfangen soll. <<

>> Da sie mir das Problem schon grob am Telefon geschildert haben, kann ich ihnen auch Fragen stellen, dann ist es vielleicht leichter für sie? <<

Sie nickte.

Er fragte. Sie antwortete.

Normalerweise hörte er sich erst das Problem an und fragte dann speziell nach dem, was er für seine Ermittlungen brauchte. Solche Gespräche konnten bei schwierigen Sachen schon mal zwei bis drei Stunden Zeit in Anspruch nehmen.

>> … waren sie mit dem Kind beim Arzt? <<

Natürlich war sie das. Er schrieb alles sehr säuberlich in sein Notizbuch, um es später in einen Ermittlungsbericht übernehmen zu können. Es waren am Anfang nur Informationen und ausgesprochene Verdachtsmomente, die noch wenig Beweiskraft hatten. Doch auch hier war jedes Detail wichtig und konnte später die Lösung des Falles bedeuten.

>> Warum waren Sie nicht bei der Polizei? <<

Sie war bei der Polizei, hatte auch dort alles erzählt. Hinweise und Aussagen wurden aufgenommen. Das Verfahren wurde eingestellt.

>> Die haben einfach nichts gemacht… << sagte sie.

>> Das glaube ich nicht. In solchen Fällen ist die Polizei meist sehr genau. <<

Betroffene und Geschädigte kamen oft zum Ergebnis, dass die Behörden nichts taten. Dann kamen sie zu einem Detektiv, der die Ermittlungen beschleunigen sollte. Schwierig war diese Konstellation bei schwerwiegender Kriminalität, da sich die Ermittlungen überschneiden konnten und der Detektiv aufpassen musste, nicht die Arbeit der Polizei zu behindern oder zu zerstören.

Was die meisten nicht mit in die Überlegungen einbezogen, war die Tatsache, dass die Polizei nicht einfach in einer Wohnung beobachten konnte, im Kinderzimmer, in der Nacht.

Niemand konnte das. Aus diesem Grund gab es die große Dunkelziffer.

>> Gut. Die Informationen sind für mich erstmal ausreichen. Ich werde die ganze Sache jetzt erstmal analysieren, um ihnen sagen zu können, ob und wie ich ihnen helfen kann. <<

Er war an der Lösung interessiert. Einem Kunden irgendwas zu versprechen, nur um ein paar Taler zu verdienen, das war ihm nichts, obgleich er das verkäuferische Talent der Mitbewerber kannte, die Betroffenen alles erzählten, um ihre Umsätze zu steigern.

>> Nichts ist unlösbar, aber in ihrem Fall wird es nicht leicht. Die Polizei hat meines Erachtens alles getan. Das Gutachten des Arztes ist nicht eindeutig, dort müsste man nochmal nachfragen. Am besten wäre es natürlich, wenn ich mit dem Kind reden könnte. Das wird allerdings schwierig, da ER ja dann zustimmen müsste…. <<

Der Detektiv verabschiedete sich, nachdem er ihr gesagt hatte, es würde zwei bis drei Tage dauern, ehe er ihr eine Antwort geben würde.

Natürlich, je schneller desto besser für das Kind. Aber die Sache zog sich ja schon über 3 Jahre. Alle hatten sich daran versucht, die Polizei, das Jugendamt, Psychologen, auch schon andere Detektive.

Er musste jetzt schauen, warum alle anderen keine Beweise gefunden hatten, wo Fehler gemacht wurden, wo die Lösung lag. Vielleicht gab es ja gar keinen Fall. Es gab Fälle, da dichteten die Partner ihrem früheren Lebensgefährten einfach etwas an, um sich zu rächen oder Geld herauszuschlagen.

Nur fühlte sich das in diesem Fall nicht so an.

Das Verletzungsbild und die Aussagen des Kindes deuteten darauf hin, dass die Informationen durchaus der Wahrheit entsprechen könnten. Leider ließ sich das nie mit hundertprozentiger Sicherheit sagen. Auch Kinder ließen sich manipulieren oder verletzten sich manchmal selbst.

>> Ja, bitte? << Schon wieder ein anonymer Anruf. Keine Reaktion. Er legte auf.

Am besten konnte er nachdenken, wenn er nicht darüber nachdachte. Er fing an einige Berichte abzuarbeiten, Rechnungen zu schreiben, Rechnungen zu überweisen, sein Büro aufzuräumen.

Erschöpft ging er an diesem Tag gegen Mitternacht ins Bett. Wieder schossen ihm alle möglichen Bilder und Gespräche, Telefonate, alles, durch den Kopf.

Gegen 01:30 Uhr stand er wieder auf, setzte sich ins Büro und nahm sein Notizblock heraus. Hier war es. Der Fehler. Nachdem er die Lösung sah, verfiel er in einen friedlichen Schlaf.

>> Wann passt es ihnen am besten, ich könnte mich übermorgen mit ihnen treffen. <<

Am übernächsten Tag stieg sie in seine mobile Einsatzzentrale.

>> Ich glaube, es gibt einen Weg, wie wir zumindest nachweisen können, ob ihre Aussagen und die ihres Kindes der Wahrheit entsprechen. <<

Sie schaute ihn vorwurfsvoll an.

Er blieb gerne objektiv, auch wenn er als Ermittlungsdienstleister immer von einer Partei bezahlt wurde.

Er schilderte ihr seinen Plan in allen Details. Langsam verstand sie, warum es anfänglich nur über den Nachweis ihrer Glaubwürdigkeit und der des Kindes zu lösen sei.

>> Man kommt über diesen Weg viel näher an IHN heran. Verstehen sie? <<

Sie verstand. Sie war einverstanden, auch mit der nicht abzuschätzenden Ermittlungsdauer. Endlich schien sich wirklich jemand um ihr Problem kümmern zu wollen.

>> Sie werden jetzt sehr häufig mit mir in Kontakt stehen. Ich werde viele Fragen haben. <<

Eine Ermittlung ist etwas sehr Dynamisches. Viele Informationen passen oftmals erst nach der genauen Erklärung durch eine involvierte Person in ein Gesamtbild. Durch den ständigen Informationsaustausch mit einem Kunden ergeben sich sehr schnell neue Ansatzpunkte, die meist schnell zur Lösung eines Falles beitragen können.

Wochen vergingen.

Während der Ermittlungen hatte sich herausgestellt, dass die Kundin die Wahrheit gesagt hatte. Das Verhalten des Kindes, die Erzählungen und schriftlichen Schilderungen waren mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Ursache eines Missbrauchs, so das psychologische Gutachten.

Wann tut er es wieder?

Trotzdem blieb das Problem, dass niemand in der Nacht dabei sein konnte, wenn das Kind bei IHM war, wenn er Umgang hatte.

Sicher gab es unzählige „Möglichkeiten“ das Kind zu verwanzen oder den Raum zu überwachen. Doch es wäre erstens rechtswidrig und die Folge daraus, die Kundin würde im Nachhinein mehr Probleme haben als aktuell. Und der Detektiv, könnte abschließen, er würde über eine lange Zeit 3 Mahlzeiten am Tag serviert bekommen.

Nur.

Bei den Beobachtungen hatte sich ein völlig anderes Bild ergeben, widersprüchlich zu den Gutachten und Informationen. Auch im legendiertem Direktkontakt zu IHM ließen sich die Anzeichen nicht verdichten. ER war zwar auf die Legende angesprungen, bislang gab es dabei aber keine Ergebnisse.

Konnte ER es so gut verschleiern?

Der Detektiv rief einen alten Kontakt an, der früher schon für ihn recherchiert hatte und gab ihm den Auftrag tiefer in die Vergangenheit einzutauchen.

Eine weitere Observation des Verdächtigen erschien wenig sinnvoll. Es blieb nun mal das Hindernis, dass niemand wusste, was hinter geschlossener Tür vor sich ging. SEIN normaler Alltag war dokumentiert. Es gab dabei nichts Widersprüchliches, was allerdings wieder ein Hinweis war.

Alles war viel zu glatt. Zu viel heile Welt. Zu viel Normalität.

Vielleicht ergab sich aus SEINEM Vorleben ein Hinweis. Irgendwo hatte jeder eine „Leiche im Keller“.

>> Ich hab was für dich. Wann kommst du vorbei? <<

Er hasste diese Geheimnistuerei. Was haben. Was? Einen Einkaufszettel oder Bier? Gut. Er saß im Auto, auf dem Weg zu seinem Kontakt.

>> Also, du machst es ja wieder spannend…. <<

>> Berufskrankheit, du weißt, was ich früher gemacht habe. Ich traue niemanden. Und du weißt, wir werden abgehört. <<

Verfolgungswahn, dass musste es sein, dachte der Detektiv. Aber die frühere Tätigkeit seines Kontaktes lehrte ihn eines Besseren. Als ehemaliger Mitarbeiter eines Informations- und Nachrichtendienstes wusste er was und wann etwas mitgehört bzw. geschrieben wurde.

>> Erzähl. Ich bin gespannt. >>

>> Also. Du hattest recht. Vater und Mutter waren kein unbeschriebenes Blatt… <<

Er hatte seinen Ansatz. Endlich.

Die nächsten 6 Monate waren trotzdem kein leichtes Unterfangen. Zwar lagen nun eindeutige Hinweise vor, doch es musste alles noch gerichtsverwertbar dokumentiert werden.

Die gut ausgebaute Legende wurde wieder aufgegriffen. Das Kind hatte den nächsten Umgang bei ihm.

Und es passierte.

>> Hallo. Es ist vollbracht. <<

Die Kundin wirkte beim Abschlussgespräch überglücklich. Er übergab ihr den Ermittlungsbericht, der mittlerweile über 50 Seiten zählte.

>> Dann hoffen wir mal, dass ihr Anwalt und das Gericht die Sache genauso sieht wie wir… <<

P.S. Die Geschichte ist möglicherweise frei erfunden. Mögliche Parallelen oder Übereinstimmungen mit Fällen oder Personen sind rein zufällig.

Wühlmaus

>> Ja, bitte? <<

Der anonyme Anrufer schwieg mehrere Sekunden. Auch der Detektiv verspürte nicht das Interesse weitere Worte zu sagen. Es kam immer wieder vor, dass ein Anrufer seine Identität damit zu verschleiern versuchte, indem er seine Nummer unterdrückt.

>> Bin ich da richtig in der Detektei? << fragte der Anrufer.

>> Na, ich würde sagen, wenn sie die Nummer der Detektei gewählt haben, dann sind sie wohl auch richtig… <<

>> Entschuldigen sie, dass ich anonym anrufe, aber man weiß hier leider nicht mehr, wem man trauen kann. << flüsterte es am anderen Ende der Leitung.

Der Detektiv verzog die Augenbrauen, natürlich sah das der Anrufer nicht. Ob er es spürte, weiß man nicht.

>> Schon wieder ein Verfolgter… << dachte der Detektiv.

>> In meinem Unternehmen… <<

Der Detektiv setzte sich gerade hin und nahm einen Stift in die Hand.

>> … laufen seit einigen Monaten die merkwürdigsten Dinge ab. Es wäre mir am liebsten, wenn wir uns irgendwo an einem diskreten Ort treffen würden. Da könnte ich Ihnen die ganze Geschichte erläutern. <<

>> Das können wir gerne machen. Darf ich trotzdem vorher fragen, wie ihnen meine Detektei weiterhelfen kann oder soll? Verstehen sie mich nicht falsch, viele rufen hier einfach an und denken wir könnten alles tun, so wie im Fernsehen. Gewisse Sachen, eigentlich fast alle, laufen im realen Leben etwas anders ab, als man das im TV vermittelt bekommt. << antworte der Detektiv mit ruhiger und klarer Stimme.

>> Ich verstehe sie, ich habe ja auch eine Firma. Ich rufe sie an, weil ich weiß, dass sie mir helfen können. Ich finde es auch gut, dass ich gleich einen Detektiv am Telefon habe und nicht eine Sekretärin irgendwo ganz weit weg. Ich will jemanden, der auch wirklich von hier ist und nicht am anderen Ende Deutschlands sitzt. << kam es jetzt etwas sicherer durch den Hörer.

Der Detektiv schlug der Anruferin einen Treffpunkt vor.

 

… 2 Tage später.

 

In einem Cafè in Leipzigs Südvorstadt saßen sich der Detektiv und die Unternehmerin gegenüber. Beide wussten jetzt, dass das gegenseitige Misstrauen unbegründet war.

>> Ich freue mich, dass sie die Zeit gefunden haben. << sagte die Unternehmerin. >> Es ist schwer in einer solchen Situation Vertrauen zu jemandem aufzubauen. Da sie mir am Telefon nichts verkaufen wollten, sondern mir ziemlich deutlich gesagt haben, dass immer auch die Möglichkeit besteht, man bilde sich Dinge nur ein… nur aus diesem Grund habe ich dem Treffen zugestimmt. <<

>> Es bringt nichts einem Kunden etwas zu verkaufen. Der Kunde hat immer irgendein Problem, deshalb ruft er an. Viele Probleme kläre ich gleich am Telefon, denn manchmal brauchen Menschen einfach nur einen Rat oder eine klare Ansage, dass es unverhältnismäßig ist, eine Observation oder eine Ermittlung überhaupt zu starten. Ich nehme nur Fälle an, die mich auch interessieren oder die mir so knifflig erscheinen, dass es mir im ersten Moment so erscheint sie wären eventuell nicht lösbar. Doch kein Fall ist unlösbar. << erwiderte der Detektiv, sichtbar zufrieden mit seiner Ausführung.

Beide saßen über 3 Stunden im Café.

Die Unternehmerin erzählte dem Detektiv ihre Geschichte. Sie ließ dabei nichts aus, denn der Detektiv hatte ihr klar gemacht, es wäre sinnfrei die Details auszulassen, da es genau diese seien, die die Lösung bedeuten könnten.

Am Ende des Gespräches äußerte die Unternehmerin >> … ich verstehe es einfach nicht… ich sitze die ganze Zeit im Büro, rackere und habe tolle neue Ideen. Nur leider sehe ich sie wenige Tage später bei der Konkurrenz. Was denken sie? Es ist doch nicht normal!!! << Die Frau war aufgewühlt und verzweifelt.

>> Gut. Es waren jetzt einige, ehrlich gesagt sehr viele, Informationen. Ich schlage ihnen vor, ich schlafe eine Nacht drüber und sie, darum bitte ich sie, notieren weiterhin alle Auffälligkeiten und das was ihnen heute Abend oder in der Nacht noch einfällt. <<

Der Detektiv schlug sein gebundenes Notizheft zu und legte seinen kupferfarbenen und abgegriffenen Füllhalter daneben.

Mitternachts lag der Detektiv im Bett. An Einschlafen war nicht zu denken. Es ist wie beim Rubik`s Cube. Die Farben wollten einfach nicht übereinstimmen.

Nach 2 Stunden fiel der Detektiv in einen tiefen Schlaf. Der Würfel war gefallen. Die Farben stimmten.

Am nächsten Nachmittag übernahm er einen Stapel Notizen von der Unternehmerin und sagte ihr dabei, >> Ich löse es. <<

 

…. 9 Wochen später.

 

>> Man hat versucht, sie auszuspionieren. Die beiden Typen, die das versucht haben, arbeiteten früher mal bei der Konkurrenz. << äußerte der Detektiv, während er in seinem Dossier herumblätterte, ohne dabei den Blick zu heben.

>> … sagen wir so, es handelt sich um problematisch strukturierte Persönlichkeiten. Glücklicherweise sind es eben deren Probleme, die sie angreifbar machen. Wir gehen folgendermaßen vor: 1. … <<

 

… 1 Jahr später im Gerichtssaal.

 

Die Unternehmerin saß neben ihrem Anwalt.

Gegenüber der Unternehmerin saßen ihr ehemaliger Freund Herr X. und eine Mitarbeiterin ihrer Firma.

>> Kommen wir nochmal zurück auf den Anfang. Wie hatten sich Herr X. und die Unternehmerin nochmal kennengelernt? << fragte der Richter.

>> Na ja. Ich kann ihnen erklären, wie Herr X. die Unternehmerin kennenlernen wollte und die Klägerin dann auf ihn hereinfiel. << antwortete der Detektiv.

Sorge berechtigt!?

Der Detektiv genoss seinen morgendlichen Kaffee, die Ruhe in seinem Büro, das nicht schellende Telefon und den Blick über die Wiese, die sich vor seinem Haus ausbreitete.

Die halbe Stunde vor dem ersten Kundentermin des Tages füllte er mit Nichtstun, was immer häufiger selten vorkam.

Selbstverständlich ist die unbeabsichtigte Verkürzung dieser selten gewordenen Auszeit durch das vorzeitige Erscheinen der Kundin unangebracht.

Aber, er würde ebenfalls immer 5 Minuten eher bei einem Termin sein.

Die Kundin hat ihn zumindest nicht versetzt. Ein paar Tage zuvor hatte er seine Kinder am Wochenende vertrösten müssen, da ein Kunde ein persönliches Gespräch erbeten hatte. Und was war passiert? Samstag. Vormittag. Er fuhr umsonst an den vereinbarten Ort. Er hasste es versetzt zu werden. Manche Kunden dachten wahrscheinlich, er würde nur darauf warten, für sie den gesamten Tagesplan, bestenfalls am Samstag, über den Haufen werfen, um ihnen seine Hilfe anzubieten. Das ist Verschwendung von Lebenszeit! Was dachten sich die Leute dabei. Es gibt Telefone, da kann man ja wenigstens anrufen und absagen.

Die Kundin war aufgeregt, aber freundlich.

Im Gespräch stellte sich heraus, ihr Ex-Mann behandelte das gemeinsame Kind nicht so wie man es tun sollte.

Er beruhigte die aufgelöste Frau und erklärte ihr was er für sie tun konnte.

Gleichzeitig gab er ihr die Visitenkarte eines Anwaltes. Sie brauchte definitiv einen Anwalt und zwar einen guten.

Der Detektiv war in solchen Fällen extrem motiviert. Nichts war schlimmer als ein misshandeltes und schlecht behandeltes Kind.
Nur glaubte der Frau niemand. Kein Gericht, das Jugendamt nicht, nicht mal die Freunde.

Konnte sich der Ex-Mann so verstellen?

Das galt es herauszufinden.

Die Frau erzählte die ganze Geschichte, alle Einzelheiten, die sie im Laufe der Zeit wahrgenommen und selbst dokumentiert hatte.

Der Detektiv brütete mehrere Tage über mögliche Varianten, wie er dem Kind, der Frau, helfen könne.

Am Telefon sagte er ihr Tage später, es wird schwer, aber ich habe eine Idee.

Der Detektiv trommelte seine besten Ermittler zusammen. Dann legten sie gemeinsam los.

Die Ermittlungen zogen sich über mehrere Monate hin. Die Mutter war teilweise verzweifelt und der Detektiv ermutigte sie immer wieder dazu Geduld aufzubringen.

Geduld? Der Detektiv verzweifelte. Er kannte den Begriff Geduld selbst nicht, obwohl er andere dazu ermutigte.

Doch ohne Geduld und das notwendige Fingerspitzengefühl lässt sich kein Fall aufklären.

Das wusste der Detektiv.

Der Detektiv wunderte sich während seiner Ermittlungen, wie der Ex das solange verheimlichen konnte.

Die Ergebnisse der Ermittlungen waren eindeutig.

Die Sorge der Mutter war berechtigt.

Das Jugendamt schenkte der Mutter, aufgrund der Beweise des Detektives endlich die notwendige Aufmerksamkeit.

Beim Abschlussgespräch mit dem Detektiv wirkte die Frau erleichtert.

Ihr Lächeln und das Strahlen ihrer Augen waren für ihn Motivation genug auch zukünftig den Kompromiss des vorzeitigen Endes der Beobachtung der Wiese zu akzeptieren.

Die Nadel

Hätte man eine Nadel fallen lassen, keine Ahnung, wahrscheinlich wäre sie zu Boden gefallen und vielleicht hätte man den Aufschlag der Nadel vernommen, vielleicht aber auch nicht, beachtet man die Tatsache, dass der Boden aus Linoleum bestand und deshalb ein gewisses Abfedern der Nadel zu erwarten gewesen wäre.

Letztlich hat keiner der im Raum Anwesenden eine Nadel fallen lassen, auch kein Skalpell.
Die Spannung war unerträglich, wusste doch im Prinzip jeder im Raum was im anderen vorging, was der andere dachte, warum er es dachte.

Einige Wochen zuvor wusste zumindest eine Person im Raum nicht was die anderen wussten.

Diese eine Person spürte jedoch aber, dass sich ihr Mann verändert hatte. Er konnte ihr nicht mehr in die Augen schauen, wich ihren Blicken ständig aus.

Sicher, die unterschiedlichen Bereiche ihrer Arbeit räumte jedem einen gewissen persönlichen Freiraum ein. Nur ahnte sie nicht, dass dieser Freiraum von ihm anders interpretiert wurde.

Das Bauchgefühl stimmte nicht. Irgendetwas stimmte mit ihm nicht. Diesem Bauchgefühl nachzugeben widerstrebte ihr. Vielleicht lag es ja doch an ihr. Ja, sie hatte zwei Kinder bekommen, sie war keine 20 mehr, aber sie war liebende Mutter, sie war eine gute Ehefrau. Sie bildete sich das doch alles ein, oder?

Während des spätabendlichen Fernsehprogramms unterbrach sie ihr Zappen bei einem Privatsender, der einen Beitrag über Privatdetektive im Einsatz ausstrahlte. Plötzlich erschrak sie bei der Übereinstimmung, der im TV gestellten Szenen, mit ihrem eigenen Leben.

DAS Bauchgefühl war nun nicht mehr zu verdrängen.

Der Privatermittler erklärte ihr im Gespräch den Unterschied zwischen Fernsehen und Realität. Viele Kunden erachteten die gestellten Szenen und kreierten Superhelden als Realität und wirkten oft verwirrt und enttäuscht, wenn er sie aufklären musste, dass Informationen nicht einfach so vom Himmel fallen und manchmal eine sehr lange Zeit vergehen würde, bis eine Situation eintritt. Natürlich könnte man dies im TV nicht zeigen, da damit alle Sendezeiten überschritten würden und die Zuschauer sehr schnell gelangweilt wären.

Sie grübelte.

Sie wurde selbst zur Schnüfflerin und achtete auf alles was ihr der Ermittler geraten hatte. Sie war ihm dankbar, wusste aber, dass sie ihren BEWEIS nur über ihn bekommen würde.

Wenige Wochen später traf sie den Ermittler erneut. Sie legte einen Aktenordner vor ihm ab. Der Ermittler schmunzelte und bedankte sich.

Informationsfülle. Der Ermittler bekam Kopfschmerzen beim Analysieren der 96 Seiten.

Nach einigen Tagen hatte er die Lösung gefunden. Dann ging alles sehr schnell. Zielsicher.

DER Mann arbeitete, jeden Tag verließ er pünktlich die Arbeit und traf fast genauso pünktlich zu Hause ein.

Er verhielt sich nicht wie geplant.

Sie verzweifelte, hatten doch ihre eigenen Ermittlungen etwas völlig anderes ergeben.
Hatte er etwas mitbekommen? Hatte sie zu viel geschnüffelt?

Dann kam eine ihrer Kolleginnen, nach einem Urlaub, wieder auf Arbeit.

Der Privatermittler sagte ihr einen Tag später: “… wir haben ihn erwischt…”

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